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CDU will Städtepartnerschaft mit Sankt Petersburg beenden: „Unklug und geschichtsvergessen“

Mittwoch, 25.02.2026

Die CDU-Fraktion will die seit 1957 bestehende Städtepartnerschaft mit der russischen Stadt Sankt Petersburg endgültig aufkündigen. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion in die heutige Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft eingebracht. Aktuell hat Hamburg die Partnerschaft vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ausgesetzt. Für die SPD-Fraktion ist der Vorstoß der CDU politisch unklug und würde gewachsene zivilgesellschaftliche Kontakte dauerhaft beschädigen.

Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg: „Der Vorstoß von Dennis Thering ist unklug und geschichtsvergessen. Dass selbst der frühere CDU-Staatsrat Roland Salchow, der die Partnerschaft über Jahrzehnte mit aufgebaut hat, den Antrag seiner Partei im Abendblatt als ‚geschichtsdumm‘ und ‚peinlich‘ kritisiert, sollte der CDU zu denken geben. Roland Salchow hat Recht: Die Städtepartnerschaft mit Sankt Petersburg war nie eine Partnerschaft mit den jeweiligen politischen Machthabern, sondern Ausdruck einer besonderen historischen Verantwortung und eines langfristig gewachsenen Austauschs zwischen den Menschen beider Städte. Wer jetzt dauerhaft Brücken abreißen will, schwächt auch die Kontakte zu zivilgesellschaftlichen und regimekritischen Gruppen.

Auch beim Punkt zu einer möglichen Städtepartnerschaft mit Kyjiw diente die heutige Debatte der CDU ausschließlich der eigenen Profilierung, nicht den Menschen im Land. Mit der strategischen Partnerschaft haben Hamburg und Kyjiw bereits enge Verbindungen geknüpft, Hamburg leistet konkrete Unterstützung und Hilfe in der Region. Das ist bei dieser wichtigen Frage entscheidend, nicht parteipolitische Profilierung und Symbolpolitik, die niemandem hilft.“