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Hilfe für Tiere in Not: Rot-Grün will Wildtier-Auffangstationen staatlich anerkennen

Montag, 29.06.2026

Bisher gibt es in Hamburg noch keine staatlich anerkannten Auffangstationen für verletzte und hilfsbedürftige Wildtiere. Ihre Versorgung wird stattdessen häufig von privaten Initiativen und Vereinen übernommen. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen deshalb prüfen, welche Einrichtungen auch offiziell als Wildtier-Auffangstationen anerkannt und somit bei ihrer Arbeit unterstützt werden können. Über den rot-grünen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 1. Juli.

Dazu Alexander Mohrenberg, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Wenn Wildtiere verletzt, geschwächt oder verwaist aufgefunden werden, dann muss schnell klar sein, wer sich um das Tier kümmern kann. Hamburg ist eine Stadt mit vielen Wildtieren. Das ist gut für unsere Natur, doch ihre Betreuung stellt eine Herausforderung dar. Diese wichtige Aufgabe wird heute vor allem von engagierten Verwaltungsmitarbeiter:innen, Ehrenamtlichen und privaten Initiativen getragen, die oft an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Offiziell zuständig ist aktuell niemand, und das geht nicht mehr. Wenn etwa ein Wolf wieder ausgewildert werden muss, kümmern sich darum engagierte Bezirksamtsmitarbeiter:innen aus Altona – neben ihren eigentlichen Aufgaben. Eichhörnchen werden in Eigenleistung von privaten Initiativen aufgepäppelt. Mit der Zunahme von Wildtieren in Hamburg, etwa Gänsen, Eichhörnchen oder Rotwild, wird dies künftig jedoch nicht mehr leistbar sein. Deshalb wollen wir prüfen, wie staatlich anerkannte Wildtier-Auffangstationen in Hamburg aufgebaut und bestehende Strukturen besser unterstützt werden können. Unser Ziel ist eine verlässliche, fachgerechte Versorgung von Wildtieren und klare Anlaufstellen für Bürger:innen. Gleichzeitig wollen wir das große Engagement der vielen Menschen stärken, die sich bereits heute mit viel Sachverstand und persönlichem Einsatz für den Schutz heimischer Wildtiere einsetzen.“

Dazu Lisa Maria Otte, Sprecherin für Tierschutz der Grünen Fraktion Hamburg: „Hamburg ist das Zuhause vieler Wildtiere. Durch den Straßenverkehr, Müll und technische Geräte wie Mähroboter sind die Tiere in der Stadt jedoch großen Gefahren ausgesetzt und verletzen sich immer wieder. Dass die Tiere in solchen Fällen gut versorgt werden, ist zum großen Teil dem Engagement vieler Freiwilliger zu verdanken. Ohne Fördergelder der Stadt haben sie über Jahre hinweg Wildtierstationen aufgebaut und versorgen dort hilfsbedürftige Eichhörnchen, Igel, Singvögel und viele andere Tierarten. Damit diese wichtige Arbeit erhalten bleibt, wollen wir geeignete Vereine und Initiativen als offizielle Wildtier-Auffangstationen anerkennen lassen und im nächsten Schritt auch finanziell fördern. Wer ein verletztes Wildtier findet, hat so außerdem klare Anlaufstellen. So schützen wir die Tiere und fördern die Artenvielfalt in unserer Stadt."

Hintergrund

Nach § 45 Absatz 5 Bundesnaturschutzgesetz können die zuständigen Behörden Wildtier-Auffangstationen offiziell benennen. Diese übernehmen die Pflege, Versorgung und spätere Wiederauswilderung verletzter, kranker oder hilfsbedürftiger Wildtiere. In Hamburg wird die Versorgung derzeit von unterschiedlichen Akteuren getragen: Die Stadt verfügt mit dem Schwanenvater und seinem Team über eine eigene Struktur für jagdbare Wildtierarten, daneben leisten Vereine und Initiativen seit Jahren mit hoher fachlicher Expertise einen wesentlichen Beitrag bei der Versorgung weiterer Wildtiere.