Lebendige Alster: Rot-Grün will Uferbereiche ökologisch aufwerten
Dienstag, 23.06.2026
Die Außenalster ist eines der prägendsten Hamburger Gewässer, steht jedoch mit ihren Ufer- und Flachwasserbereichen durch intensive Nutzung, befestigte Uferstrukturen und ökologische Belastungen unter Druck. Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die ökologische Aufwertung der Alster daher durch gut abgestimmte Maßnahmen weiter voranbringen. Zudem sollen die Erkenntnisse der Studie „Lebendige Alster“ in die Entwicklung der innerstädtischen Gewässer einbezogen werden. Über den rot-grünen Antrag berät die Hamburgische Bürgerschaft am 1. Juli.
Dazu Alexander Mohrenberg, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg: „Die Alster ist Lebensraum, Naherholungsgebiet und identitätsstiftender Ort für Hamburg. Wir wollen ihre ökologische Qualität stärken, ohne die vielfältigen Nutzungen an und auf dem Wasser gegeneinander auszuspielen. Die Studie ‚Lebendige Alster‘ zeigt, dass bereits mit vergleichsweise kleinen und gut abgestimmten Maßnahmen spürbare Verbesserungen für Tiere, Pflanzen und die Wasserqualität erreicht werden können. Die ökologische Entwicklung der Alster ist deshalb weit mehr als ein Naturschutzprojekt – sie ist ein Beitrag zu mehr Lebensqualität in unserer Stadt. Die Aufwertung der Alsterufer wird kein Projekt von heute auf morgen, sondern eine langfristige Aufgabe für die kommenden Jahre. Aber genau deshalb müssen wir jetzt beginnen. Denn um die innerstädtische Natur, Lebensqualität und Artenvielfalt auszubauen, ist die Alster als größter Wasserkörper der Hamburger Innenstadt der beste Ausgangspunkt.“
Dazu Lisa Maria Otte, umweltpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Hamburg: „An der Alster können wir mitten in der Großstadt Natur erleben, etwa, wenn ein Haubentaucher mit seinen Jungen vorbeischwimmt oder zwischen dem Schilf ein Blässhuhn hervorschaut. Doch das Ökosystem vor Ort steht unter Druck: An vielen Stellen trennen harte Steinkanten das Wasser von seinem Ufer. Dadurch verschwinden natürliche Übergänge zwischen Wasser und Land – und mit ihnen Flachwasserzonen, Röhrichte und wichtige Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen. Um die Alster als wichtigen Lebensraum zu erhalten, wollen wir sie deshalb Schritt für Schritt wieder naturnäher gestalten. Mit dem Projekt 'Lebendige Alster' zeigen Hamburgs Umweltverbände schon seit Jahren, wie sich mehr Natur an der Alster mit ihrer vielfältigen Nutzung vereinen lässt. Darauf wollen wir aufbauen und die Aufwertung der Alster so langfristig weiter vorantreiben: mit mehr Raum für Schilf und Uferpflanzen, stabilen Flachwasserbereichen und kleinen Rückzugsorten für Fische und andere Wasserlebewesen. Denn die Alster ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Gewässer voller Leben – und das soll auch in Zukunft so bleiben."
Hintergrund
Die Machbarkeitsstudie „Lebendige Alster“ wurde von NABU und BUND erarbeitet und untersucht Möglichkeiten zur ökologischen Weiterentwicklung der Alster. Sie zeigt insbesondere Potenziale für Verbesserungen in den Uferbereichen und Flachwasserzonen auf und beschreibt, wie ökologische Maßnahmen mit den bestehenden Nutzungen an der Alster vereinbar sein können. Zudem verweist die Studie auf bereits laufende Projekte und Maßnahmen, die in den kommenden Jahren erprobt und weiterentwickelt werden sollen.