Medizinische Versorgung von Kindern aus dem Gazastreifen: „Hamburg steht bereit“
Sonntag, 24.08.2025
Hamburg ist bereit, verletzte Kinder aus dem Gazastreifen aufzunehmen und medizinisch zu versorgen. Das geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage der SPD-Abgeordneten Dirk Kienscherf, Irene Appiah und Claudia Loss hervor (siehe Anlage). Seit 2021 hat Hamburg im Rahmen humanitärer Aufnahmeprogramme bereits mehr als 1.800 Menschen aus verschiedenen Ländern aufgenommen und versorgt. Angesichts der dramatischen humanitären Lage im Gazastreifen signalisiert die Stadt ihre Bereitschaft, sich an einer humanitären Hilfsaktion des Bundes zu beteiligen und verletzte Kinder medizinisch zu behandeln.
Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg: „Hamburg steht bereit! Die Lage für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen ist katastrophal, gerade für Familien und Kinder. Die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen, Hunger und Elend sind Alltag. Wir unterstützen daher ausdrücklich die erneute Forderung der Bundesregierung zur Einhaltung des Völkerrechtes. Es ist ein wichtiges Signal, dass Hamburg im Rahmen möglicher humanitärer Hilfsaktionen des dafür zuständigen Bundes bereit ist, verletzte Kinder aus dem Gazastreifen aufzunehmen und medizinische Hilfe zu leisten. Unsere Haltung ist klar: Wir setzen uns in Hamburg und Deutschland für die Sicherheit Israels und den Schutz jüdischen Lebens ein. Gleichzeitig lassen wir das unermessliche Leid der Zivilbevölkerung im Gazastreifen nicht außer Acht. Die Antwort des Senats belegt auch, dass Hamburg sich als weltoffene Stadt stets humanitär engagiert – seit 2021 haben wir mehr als 1.800 Menschen im Zuge von humanitären Programmen des Bundes aufgenommen und versorgt. Vor diesem Hintergrund ist Hamburg selbstverständlich bereit, im Rahmen einer humanitären Hilfsaktion schwer verletzte und erkrankte Kinder aus palästinensischen Gebieten aufzunehmen und hier medizinisch zu versorgen. Jetzt liegt es am Bund, diese Bereitschaft Hamburgs und anderer Städte aufzugreifen.“
Hintergrund
Die Einzelheiten humanitärer Aufnahmeprogramme – etwa Personenkreis und Aufnahmezeitraum – werden durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen von Aufnahmeanordnungen festgelegt. Grundlage sind Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung sowie mit internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), ebenso wie Absprachen mit Ländern und Kommunen. Die Organisation und Durchführung liegen beim Bund. Hamburg hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach humanitäre Hilfsprogramme unterstützt – etwa für Menschen aus Afghanistan, Griechenland, dem Libanon und der Türkei. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine wurden zudem auch Kriegsverletzte aus der Ukraine in Hamburger Krankenhäusern versorgt.