S6 Hamburg-West: „Gute Nachricht für die Menschen in Lurup und im Osdorfer Born“
Dienstag, 23.09.2025
In der heutigen Landespressekonferenz hat die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende über die Weiterentwicklung des Schnellbahnsystems in Hamburg informiert. Verkehrssenator Anjes Tjarks teilte mit, dass das Projekt „S6 Hamburg-West“ über die Science City Bahrenfeld hinaus nicht weiterverfolgt wird. Stattdessen soll die neue Linie U5 verlängert werden, um die Stadtteile Lurup und Osdorfer Born direkt an das Hamburger Schnellbahnnetz anzubinden.
Dazu Frank Schmitt, Wahlkreisabgeordneter der SPD-Fraktion Hamburg für Lurup und Osdorf: „Wir wollen, dass alle Menschen in Hamburg gut und verlässlich an ihr Ziel kommen. Dafür spielt der ÖPNV in unserer modernen Metropole eine zentrale Rolle. Die geplante S6 im Hamburger Westen war ein ehrgeiziger und notwendiger Schritt, um Lurup und den Osdorfer Born künftig besser an das Schnellbahnnetz anzuschließen. Doch verantwortungsvolle Stadtpolitik verpflichtet auch zu wirtschaftlichem Realismus. Die Machbarkeitsstudien haben gezeigt, dass die bisherige Variante der S6 über die Science City Bahrenfeld hinaus wirtschaftlich nicht tragfähig wäre. Die Entscheidung der Behörde, diesen zu niedrigen Nutzen-Kosten-Faktor anzuerkennen und die bisherigen Planungen nicht weiterzuverfolgen, ist daher richtig. Für uns als SPD-Fraktion ist aber klar: Wir lassen die Hamburger:innen nicht im Stich – die zugesagte Schnellbahnanbindung kommt. Mit der Verlängerung der U5 wird eine gute Lösung geschaffen, die eine deutlich frühere Realisierungsperspektive, höhere Kapazitäten, kurze Takte und attraktive Umsteigemöglichkeiten bietet. Die Entscheidung ist deshalb eine sehr gute Nachricht für die Menschen in Lurup und im Osdorfer Born. Sie werden deutlich besser angebunden und erreichen künftig schneller die Innenstadt, die Universitäten, das UKE oder die Arenen. Gleichzeitig bleibt mit der S6 zur Science City eine wichtige Perspektive bestehen. Damit zeigen wir: Wir übernehmen Verantwortung für die Quartiere im Westen – und für die Zukunft der gesamten Stadt.“
Hintergrund
Die finanzielle Beteiligung des Bundes an Infrastrukturprojekten wird durch einen Kosten-Nutzen-Faktor entschieden. Liegt dieser unter 1,0 sind keine Fördermittel durch den Bund möglich. Der S6-Streckenabschnitt bis zur Science City Bahrenfeld liegt über diesem Faktor, sodass eine Förderperspektive durch den Bund gegeben ist und in der Planung beibehalten wird. Im Gegensatz zu einer S6-Variante inklusive Anbindung der Stadtteile Lurup und Osdorfer Born, die diesen Faktor nicht erfüllen würde. Eine U5-Verlängerung in die Stadtteile Lurup und Osdorfer Born liegt wiederum über dem Faktor 1,0 – eine Bundesförderung ist daher sehr wahrscheinlich und für Hamburg deutlich kostengünstiger.