Statement des SPD-Abgeordneten Ali Kazanci
Samstag, 03.01.2026
Angesichts der medialen Berichterstattung über die Teilnahme des Abgeordneten der SPD-Fraktion Hamburg, Ali Kazanci, an einer Veranstaltung der Vahdet-Moschee am 31.12.2025 veröffentlicht die SPD-Fraktion Hamburg das folgende Statement ihres Fraktionsmitglieds. Die SPD-Fraktion Hamburg begrüßt die Erklärung und die Bitte um Entschuldigung von Ali Kazanci ausdrücklich. Grundsätzlich sind alle Mitglieder der SPD-Fraktion Hamburg angehalten, mögliche Veranstaltungsteilnahmen sowie Gesprächspartner:innen im Vorfeld sorgfältig zu prüfen. Nach intensiven Gesprächen mit Herrn Kazanci sind wir weiterhin fest davon überzeugt, dass alle Mitglieder der SPD-Fraktion Hamburg uneingeschränkt zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Antisemitismus, die Unterstützung islamistischer oder extremistischer Akteur:innen, die Infragestellung des Existenzrechts Israels sowie jede Form verfassungswidriger Bestrebungen haben in der SPD-Fraktion Hamburg keinen Platz. Entsprechende Vorwürfe weisen wir entschieden zurück.
Ali Kazanci, Abgeordneter der SPD-Fraktion Hamburg: „Es ist richtig, dass ich am 31.12. auf Einladung an einer Veranstaltung der Gemeinde der Vahdet-Moschee beziehungsweise ihres Trägervereins in Wilhelmsburg teilgenommen habe – als örtlicher Abgeordneter im Rahmen kommunalpolitischer Kontaktpflege. Die Gemeinde ist mir aus der Stadtteilarbeit grundsätzlich bekannt. Mögliche Verbindungen einzelner Gemeindemitglieder, die politische Gesinnung einzelner Veranstaltungsteilnehmer sowie die konkrete Programmausgestaltung waren mir im Vorfeld jedoch nicht bekannt. Heute ist für mich klar: Ich hätte eine entsprechende Prüfung der bekannten Teilnehmenden vornehmen und auf eine Teilnahme verzichten müssen. Dass dies unterblieben ist, war ein Fehler. Diesen Fehler bedauere ich zutiefst und bitte um Entschuldigung.
Für mich ist unmissverständlich: Gewaltverherrlichung, extremistisches Gedankengut, sogenannter ‚Märtyrerkult‘ oder jede Form von Indoktrination sind inakzeptabel und mit einem friedlichen, rechtsstaatlichen Zusammenleben unvereinbar. Ebenso gilt: Frauen- und Kinderrechte sowie die Gleichberechtigung aller Geschlechter sind nicht verhandelbar. Ich bekenne mich ausdrücklich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Ich stehe klar gegen Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels. Von meiner Seite gibt es keinerlei Zusammenarbeit oder Unterstützung für islamistische oder extremistische Akteure. Weitergehende Unterstellungen weise ich zurück. Ich nehme die öffentliche Kritik ernst und werde künftig noch sorgfältiger prüfen, welche Einladungen ich annehme. Mein Ziel bleibt ein respektvoller Dialog mit Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Hintergründe im Stadtteil und in Hamburg – stets auf der Grundlage unserer demokratischen Werte.“