Kazim Abaci

Fachsprecher für Integration

Bezirk: Altona

Der Wahlkreis 3 Altona ist ein Wahlkreis zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Bezirk Altona. Er ist nach dem Hamburger Wahlrecht ein Mehrmandatswahlkreis, in dem fünf Bürgerschaftsabgeordnete in Direktwahl oder nach Wahlkreislisten gewählt werden. Ich selbst bin bei der letzten Bürgerschaftswahl 2011 als Listenkandidat von den Altonaerinnen und Altonaern in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt worden.

Der Wahlkreis 3 umfasst die Stadtteile Altona-Altstadt, Altona-Nord, Ottensen, Bahrenfeld, Groß Flottbek, Othmarschen und Sternschanze. Er liegt westlich des Hamburger Stadtzentrums.

Ottensen

Ottensen ist einer der begehrtesten Stadtteile in ganz Altona und grenzt im Süden mit seinem Ortsteil Neumühlen an die Elbe. Am Elbstrand oder in Övelgönne kann man lange Spaziergänge machen, in der Strandperle, Hamburgs schönstem Freiluftkiosk, etwas trinken und auf die vorbeifahrenden Schiffe schauen, den Museumshafen besuchen oder mit einer Fähre auf der Elbe herumschippern.

In den 70er Jahren hätte es niemand geglaubt, dass sich Ottensen von einem gar nicht schicken Arbeiterstadtteil zu einem immer noch kulturell vielfältigen, aber doch recht gediegenen Stadtteil mit einem hohen Anteil an Mittelstandsfamilien und Akademikern wandeln würde. Viele alte Häuser sind jetzt saniert, und die große Beliebtheit des Stadtteils hat leider auch zu steigenden Mieten geführt; es fehlt auch in Ottensen an bezahlbarem Wohnraum. Soziale Spannungen gab und gibt es immer wieder einmal, etwa mit den Punks und den Bauwagenplatzbewohnern. Es gibt viele kleine Läden, Restaurants und Kneipen; Musikveranstaltungen, Lesungen, Kabarett und anderes finden in der Fabrik, in der Werkstatt Drei und in der Motte statt. Ottensen ist  gerade wegen der vielen verschiedenen Nationalitäten seiner Bevölkerung und der kulturellen Vielfalt ein ausgesprochen lebendiger Stadtteil.

Bahrenfeld

Bahrenfeld ist ein Stadtteil im westlichen Hamburg, der seit der Eröffnung der Bundesautobahn 7 Mitte der 1970er Jahre in zwei Hälften geschnitten ist. Aufgrund der günstigen Lage an der A 7 ist an den Stadtteil ein großes Industrie- und Gewerbegebiet angeschlossen. Die Bundesrepublik Deutschland plant den Ausbau der A 7 zwischen Elbtunnel und Bordesholmer Dreieck, und von dieser Planung könnte Bahrenfeld profitieren. Der im Zusammenhang mit dem Ausbau der A 7 vorgeschriebene Lärmschutz soll nämlich zum Teil in Form einer Überdeckelung der A 7 erfüllt werden. Insgesamt ist geplant, über 3,5 km der A 7 unter drei Deckelabschnitten verschwinden zu lassen, in Bahrenfeld/Othmarschen soll der Deckel insgesamt 2.030 Meter lang sein. Der Stadtteil würde dadurch die Chance für eine städtebauliche Entwicklung erhalten und wieder zusammen wachsen, es sollen neue Grünflächen entstehen, die Freizeit-, Erholungs- und Spielmöglichkeiten bieten. Durch die Verlagerung von Kleingartenanlagen auf den Deckel könnten zudem Flächen für den Wohnungsbau frei werden, die Bahrenfeld dringend braucht.

Im Norden liegt Hamburgs größter Park, der Altonaer Volkspark, in dem sich das Heimstadion des HSV befindet sowie Hamburgs größte Veranstaltungshalle. Zum Altonaer Volkspark gehört auch Europas ältester Dahliengarten, der an die 14.000 verschiedene Dahliensorten beherbergt. Seit 1880 finden auf der Bahrenfelder Trabrennbahn Pferderennen statt, heutzutage müssen die Pferde von Zeit zu Zeit die Open-Air-Fläche am Luruper Bogen für Großveranstaltungen wie Ärztetag, Kirchentag oder einen Auftritt der Rolling Stones räumen.

Am Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY) findet physikalische Grundlagenforschung statt. Mit dem European XFEL entsteht eine weitere Grundlagenforschungseinrichtung in Bahrenfeld.  Ab 2014 sollen hier extrem intensive Röntgenlaserblitze erzeugt werden, die Forscher aus der ganzen Welt für ihre Studien nutzen werden.

Altona-Nord und Altstadt

Altona-Nord und Altona-Altstadt sind von großen Wohnblocks und Mietshäusern geprägt. Hier gibt es schöne und leider zunehmend weniger erschwingliche Wohnungen in Altbauvierteln und Genossenschaftswohnungen in roten Klinkerbauten, wie sie Hamburg prägen und zum Teil nach dem letzten Krieg schnell errichtet worden sind. Daneben gibt es auch die Luxusvariante: Villen in der Palmaille oder in der Wohlers Allee. Alle schätzen die zentrale Lage und die Nähe zur Elbe. Der alte Altonaer Bahnhof aus der wilhelminischen Zeit ist noch allen in Erinnerung, mit der Architektur des Neubaus ist niemand je richtig warm geworden. In Altona-Nord, am Holstenbahnhof, zerschneiden große Straßen den Stadtteil. Und dennoch ist es gelungen, den Stadtteil nicht nur als Umsteigeplatz zu repräsentieren. Hier findet sich auch der wichtigste Arbeitgeber in Altona-Nord, die Holsten-Brauerei. Hier wird seit 1878 Bier gebraut. Eine große Chance für Altona-Nord bietet sich, wenn sich die Bahn in absehbarer Zeit ganz aus dem großen Areal zwischen Bahnhof Altona und der Stresemannstraße zurück zieht. Schon Ende 2012 könnte nach der optimistischen Einschätzung der Stadtentwicklungsbehörde mit dem Bau von bis zu 2000 Wohnungen auf dem weitläufigen Bahnareal im Herzen Altonas begonnen werden. Dies ist auch bitter nötig, denn der soziale Wohnungsbau ist unter den letzten CDU-Senaten praktisch ganz zum Erliegen gekommen. Erschwingliche Mietwohnungen sind deshalb heiß begehrt.

Über Hamburg hinaus hat die Neue Flora mit wechselnden Musicals große Anziehungskraft. Aber es gibt auch die kleinen lokalen Angebote: Den AWO-Treffpunkt und den Bürgertreff Altona-Nord in der Gefionstr. 3, der Stadtteilladen Neue Arbeit in der Stresemannstr. 150 und auch FLAKS mit seinen intensiv nachgefragten Angeboten für Frauen im Stadtteil am Alsenplatz. In Altona-Altstadt liegen das Altonaer Museum, das zumindest bis auf weiteres durch die empörten Altonaerinnen und Altonaer vor der Schließung bewahrt wurde, das Allee Theater und das Altonaer Theater. Im Haus Drei in der Hospitalstraße trifft sich der Stadtteil, und im JUCA gibt es Angebote für die Jugendlichen nach der Schule. Hier in Altona wurde die erste Babyklappe in der Stadt eröffnet. Kinder und Jugendliche haben in Altona kurze Wege zu Schulen, die engagierte Arbeit leisten und die sich in den Stadtteil integrieren. In Altona-Altstadt liegt die Einkaufsstraße Neue Große Bergstraße. Einst als erste Fußgängerzone Hamburgs preisgekrönt ist sie heute weitaus weniger attraktiv und wurde deshalb zum Sanierungsgebiet erklärt. In einer Planungswerkstatt haben viele Anwohnerinnen und Anwohner Verbesserungsvorschläge gemacht, die von der Kommunalpolitik aufgegriffen werden. Nach vielen Diskussionen baut IKEA auf dem seit Jahren leer stehendem Gelände des ehemaligen Frappant ein neues Möbelhaus, direkt in der Neuen Großen Bergstraße. Es wird das erste IKEA-Möbelhaus in Deutschland sein, das in Innenstadtlage gebaut wird, und Anwohner wie Einzelhändler hoffen auf eine Belebung und neue Attraktivität der Neuen Großen Bergstraße.

Das klassizistische weiße Rathaus ist das Prunkstück Altonas, direkt dahinter fließt die Elbe. Vom Altonaer Balkon blickt man auf die sogenannte Perlenkette und auf den Fluss. In den letzten Jahren sind hier am Elbrand eine Reihe von neuen Bauten entstanden. Das Elbufer hat sich von einem verwaisten Teil Hamburgs zu einem urbanen neuen Stadtteil entwickelt. Längst führt ein durchgehender Spazierweg vom Altonaer Fischmarkt nach Övelgönne, immer direkt an der Elbe längs.

Sternschanze

Der Stadtteil Sternschanze liegt zwischen den Stadtteilen St. Pauli, Altona-Altstadt, Eimsbüttel und Rotherbaum. Der Stadtteil zeichnet sich durch eine immer noch weitgehend geschlossene Altbauweise aus und durch seine zentrale Lage. Ab Ende der 70er Jahre entwickelte er sich zum alternativen Viertel. Mitten drin liegt die sog. Rote Flora, ein ehemaliges Konzerthaus, das inzwischen ziemlich heruntergekommen aussieht und als eine Art Stadtteilzentrum dient. Die Rote Flora ist seit 1989 bis heute besetzt.

Zur Zeit des Internetbooms von 1998 bis 2001 siedelten sich viele Internetfirmen und Werbefirmen in der Sternschanze an, von denen viele nach dem Platzen der Blase Insolvenz anmelden mussten. Seither ist im Stadtteil ein Verdrängungsprozess der alteingesessenen Mieter zu beobachten, der zu großen Spannungen zwischen Alteingesessenen und Neuzuzüglern führt. Neuvermietungspreise ziehen stark an, und die Preise für Eigentumswohnungen nähern sich dem Niveau der Elbvororte. Das Schanzenviertel ändert in rasantem Tempo sein Gesicht, immer mehr der üblichen Ketten siedeln sich an, so dass das, was dem Schanzenviertel seine einzigartige Prägung gab, wohl weiter verloren geht.

Der neue SPD-Senat will dagegen halten. Er hat beschlossen, den Einsatz Sozialer Erhaltensverordnungen auch für die Sternschanze und Ottensen zu prüfen. Wenn eine solche Erhaltensverordnung erlassen wird haben die zuständigen Bezirksämter die Möglichkeit, Gebäudeabrisse, mietpreistreibende Luxussanierungen und Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen auf ihre Wirkung für das Stadtviertel zu prüfen und ggfs. abzulehnen.