Sanierungsfonds Hamburg 2020: Parkourhalle im Oberhafenquartier

Montag, 06.01.2020, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Dirk Kienscherf, Jenspeter Rosenfeldt, Ksenija Bekeris, Ole Thorben Buschhüter, Sören Schumacher, Juliane Timmermann, Olaf Steinbiß, Annkathrin Kammeyer, Marc Schemmel, Güngör Yilmaz, Martina Friederichs, Jasmin Janzen und Fraktion sowie Christiane Blömeke, Olaf Duge, Mareike Engels, René Gögge. Farid Müller (GRÜNE) und Fraktion

Das Kreativquartier im Hamburger Oberhafen entwickelt sich seit 2011 zu einem zentralen Standort der städtischen Kultur- und Kreativszene. Die Hallen im Oberhafen liegen nur wenige Fußminuten vom Hauptbahnhof und den Deichtorhallen entfernt. Im Rahmen eines schrittweisen Transformationsprozesses wird das Bestandsareal saniert und durch vielfältige kulturelle Nutzungen belebt. In 2017/2018 zogen die ersten Mieterinnen und Mieter in die Halle 4.1 ein. In 2019 dann in die Halle 4.2. Die Entwicklung des Quartiers ist nach wie vor gemeinsam mit vielen engagierten Menschen und Organisationen im dialogischen Prozess. So wird beispielsweise mit Hilfe eines gemeinnützigen Vereins und eines Nutzergremiums die Teilhabe und Selbstorganisation im Oberhafenquartier gestärkt.
Der Verein Parkour Creation e.V. ist im Oberhafenquartier sehr engagiert und wurde 2013 in Hamburg gegründet. Er wird von überwiegend jungen Menschen getragen. Schwerpunkte der Vereinsarbeit sind die Sportarten Parkour, Freerunning sowie Angebote im Bereich Capoeira, Calisthenics, Acroyoga, Movement und Tricking.
2017 ist es dem Verein gelungen, gemeinsam mit der HafenCity Hamburg GmbH eine der denkmalgeschützten Hallen im Oberhafen als Sporthalle für Bewegungskünste zu eröffnen. „Die Halle“ hat sich seitdem dynamisch zu einem innerstädtischen Zentrum jugendlicher Bewegungskultur entwickelt. Die sportliche Nutzung wird ergänzt durch Schulkooperationen, Lehrerfortbildungen, Lehrkurse, Workshops, Open Sessions und zahlreiche Veranstaltungen. Parkour Creation e.V. vernetzt sich mit Hilfe seines kreativen Potenzials mit der Hamburger (Jugend-)Kulturszene und ist selbst prägender Teil dessen. Dem Verein ist ein niedrigschwelliger Zugang wichtig, um möglichst vielen Menschen unabhängig von Alter, Religion, Geschlecht oder Herkunft die Möglichkeit zu eröffnen, zusammen Sport treiben zu können.
2019 wurde Parkour Creation e.V. für seine Arbeit mit dem 1. Platz beim Großen Stern in Silber bundesweit ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt die gesellschaftspolitische Arbeit von Sportvereinen und deren ehrenamtliches Engagement. Die Sterne des Sports werden auch als „Oscar des Breitensports“ in Deutschland bezeichnet. Die Jury hat ihre Entscheidung unter anderem damit begründet, dass „Die Halle“ deutschlandweit eine einzigartige Sport- und Begegnungsstätte rund um die urbane Sportart Parkour sei.
Besonders hervorzuheben ist ebenso, dass ein Schwerpunkt der Arbeit des Vereins vielfältige soziale Projekte zur Integration und Inklusion von geflüchteten sowie sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen ist. Um dieses Engagement zur stärken ist Parkour Creation e.V. 2016 Stützpunktverein des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für Integration durch Sport geworden. Durch die sportlich körperlichen Anforderungen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem langfristig zu einer gesunden und verantwortungsbewussten Lebensführung motiviert. So werden auf mehreren Ebenen sowohl soziale als auch selbstbezogene Kompetenzen geschult.
Die Parkour-Halle im Oberhafenquartier ist sehr gut frequentiert. Der Verein ist Mieter der Halle. Die denkmalgeschützten Gebäude müssen dauerhaft auch für die besonderen Rahmenbedingungen des Sportbetriebs funktionstüchtig gehalten werden. Dafür bedarf es einiger Sanierungsarbeiten, die der Verein nicht alleine finanzieren kann. In der Halle müssen eine moderne Lüftungsanlage installiert sowie Kastenfenster und Schimmelwächter eingebaut werden. Die Räumlichkeiten benötigen zum Schutz vor Schimmel einen Silikatanstrich.
Der Verein bringt als Eigenleistung den nötigen Holzgerüstbau in Höhe von 29.000 Euro sowie den Einbau und den Anschluss der Lüftungsanlage ein. Die Bauleitung und Koordination wird ebenfalls vom Verein sichergestellt. Die HafenCity Hamburg GmbH beteiligt sich an dem Projekt mit der Übernahme der Kosten für den Kastenfenstereinbau, den Einbau der Schimmelwächter sowie für den Anstrich. Aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2020 soll die Finanzierungslücke für die Anschaffung der professionellen Lüftungsanlage in Höhe von bis zu 200.000 Euro übernommen werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. im Hinblick auf die notwendigen baulichen Maßnahmen in der Parkourhalle im Oberhafenquartier die jeweilige Höhe des konsumtiven beziehungsweise investiven Anteils der Maßnahme unter Berücksichtigung des kostenstabilen Bauens zu ermitteln und im Haushaltsjahr 2020 – abhängig vom Ergebnis dieser Ermittlung – eine Ermächtigung, Kosten zu verursachen bzw. Auszahlungen zu leisten in Höhe von insgesamt bis zu 200.000 Euro

a.) für konsumtive Maßnahmen aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ des Einzelplans 9.2, Produktgruppe 283.02, Zentrale Ansätze II, Kontenbereich „Globale Mehrkosten“ auf den Einzelplan 1.2, Produktgruppe 207.02 „Sozialraummanagement (SR)“, Kontenbereich „Kosten aus Transferleistungen“ und

b.) für investive Maßnahmen dem Einzelplan 1.2, Aufgabenbereich 207 „Soziales, Jugend und Gesundheit“ aus der „Zentralen Sanierungsreserve Hamburg 2020“ (Einzelplan 9.2, Aufgabenbereich 283 „Zentrale Finanzen“) zu übertragen, und zwar zweckgebunden anteilig für Baumaßnahmen in der Parkourhalle im Oberhafenquartier.

2. für die dazugehörigen Abschreibungen – in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktivierungszeitpunkt der unter Ziffer 2.b. genannten investiven Maßnahmen – dem Einzelplan 1.2, Kontenbereich „Kosten aus Abschreibungen“ aus dem Einzelplan 9.2 (Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“) die benötigten Ermächtigungen im Haushaltsjahr 2020 zu übertragen.

3. der Bürgerschaft zeitgerecht über den Sach-, Planungs- und Umsetzungsstand zu berichten.

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