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Familienstadt Hamburg – Bildung, Integration und Teilhabe von Anfang an

Unser Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen die besten Startbedingungen zu bieten und ihre Entwicklung zu fördern.

Frühe Bildung und Betreuung in Hamburger Kitas für alle kostenfrei

Schwerpunkt unserer politischen Arbeit ist weiterhin die gute Kindertagesbetreuung in Hamburg, die bundesweit beispielhaft ist. In einer wachsenden und vielfältigen Stadt wie Hamburg, in der über 50 Prozent der jungen Menschen einen Migrationshintergrund haben, sind Kitas mehr als nur Orte der Bildung und Betreuung: Sie sind entscheidende Orte der Integration, des Spracherwerbs und der Chancengerechtigkeit. Eine verlässliche und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ist für Eltern zudem eine wichtige Grundlage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In rund 1.200 Kitas werden in Hamburg mehr als 80.000 Kinder betreut. Rund 99 Prozent der Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt besuchen in Hamburg eine Kita, Kindertagespflegeeinrichtung oder Vorschulklasse. Bei den unter Dreijährigen werden rund 50 Prozent in der Kita oder Kindertagespflege betreut. Damit ist Hamburg Spitzenreiter im Vergleich der westdeutschen Bundesländer. Frühkindliche Bildung ist eine Investition in Hamburgs Zukunft, die mit rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr zu buche schlägt.

Seit zehn Jahren setzt Hamburg bereits auf die beitragsfreie Grundbetreuung für alle Kita-Kinder – fünf Stunden Betreuung plus warmes Mittagessen vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt sind in Hamburg für alle Familien beitragsfrei. Alle Eltern, die diesen wünschen, bekommen in Hamburg für ihre Kinder einen Kitaplatz. Um der hohen Nachfrage nach Kindertagesbetreuung gerecht zu werden, hat Hamburg konsequent den quantitativen Ausbau von Kitaplätzen gefördert und zudem in die Qualität investiert. Die Fachkraft-Kind-Relation wurde zuletzt auf 1 zu 4 im Krippenbereich sowie auf 1 zu 10 im Elementarbereich erhöht. Damit ist der Ausbaupfad, der mit der Volksinitiative „Mehr Hände für Hamburgs Kinder“ vereinbart wurde, abgeschlossen. Seit 2019 trägt das Kita-Prüfverfahren darüber hinaus zur Sicherung und weiteren Entwicklung, insbesondere der strukturellen Qualität der pädagogischen Arbeit in den Kitas, bei.

Insbesondere im Krippenbereich ist die Steigerung der Inanspruchnahme von Kinder-betreuung von rund 41 Prozent im Jahr 2014 auf rund 50 Prozent im Jahr 2024 erfreulich: Der frühzeitige Spracherwerb und die Förderung im Kleinkindalter sorgen für mehr Bildungsgerechtigkeit und fördern Integration und Chancengleichheit. Denn je länger Kinder in die Kita gehen, desto weniger Sprachförderbedarf haben sie bei der Einschulung. Im Vorstellungsverfahren der Viereinhalbjährigen wird dies deutlich: 2022/2023 betrug der Anteil an Kindern mit ausgeprägtem Sprachförderbedarf unter denjenigen, die weniger als ein Jahr eine Kita besuchten, 59,4 Prozent. Bei Kindern, die seit mehr als drei Jahren eine Kita besuchten, betrug er lediglich 7 Prozent. Darum sind der Kitabesuch insgesamt und die Sprachförderung in der Kita so wichtig für faire Startchancen in der Schule.


Kita-Plus – zusätzliche Förderung von Kitas in herausfordernden Lagen

Für die gezielte Unterstützung von Kitas in herausfordernden Lagen sowie zusätzliche Sprachförderung in der Kita gibt es in Hamburg das Programm „Kita-Plus“: Kindertageseinrichtungen, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern aus sozial benachteiligten Familien, aus Familien mit einer nicht deutschen Familiensprache oder von Kindern mit einem dringlichen Förderbedarf betreuen, erhalten mit „Kita-Plus“ zusätzliche finanzielle Mittel für eine bessere Personalausstattung. Dies ermöglicht den teilnehmenden Kitas die individuelle Begleitung der Kinder im pädagogischen Alltag und mehr Zeit für die sprachliche Bildung. Nachdem der Bund das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ beendet hat, stellte Hamburg das Kita-Plus-Programm neu auf und stockte die Finanzierung aus Landesmitteln auf. Die wegfallenden Bundesmittel in Höhe von 9 Millionen Euro finanziert Hamburg dauerhaft aus Landemitteln weiter, sodass für das neue Kita-Plus-Programm seit 2024 jährlich insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Jugendhilfe vielfältig und partizipativ

Die Belange von Kindern und Jugendlichen immer im Blick zu haben, ist unser erklärtes Ziel. Dabei ist die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen ein wichtiges Prinzip, das weiter ausgebaut werden soll. Jugendverbände sind traditionell das wichtigste Sprachrohr von Kindern und Jugendlichen. Hier wird Meinungsbildung organisiert – Engagement, Gemeinschaft und politische Bildung werden großgeschrieben. Wie in der Schule schon lange geübte Praxis sollen sich nun auch Jugendliche in der Jugendhilfe in Selbstvertretungen für ihre Belange in den Einrichtungen einsetzen.

Der Verband der Care leaver macht es vor und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen der jungen Menschen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe leben und den Schritt in die Selbstständigkeit gehen. Die Erwartung, dass der Übergang in die Selbstständigkeit nahtlos mit dem Erreichen der Volljährigkeit erfolgt, ist nicht nur unrealistisch, sondern auch ungerecht. Diese jungen Menschen haben oft bereits einen besonders schwierigen Weg hinter sich und ihre Ausgangsvoraussetzungen sind weitaus weniger günstig als die ihrer Altersgenoss:innen. Um die gleichen Chancen auf ein erfolgreiches Leben zu haben, brauchen und verdienen sie unsere besondere Unterstützung.

Dies gilt genauso für all jene junge Menschen, die sich in schwierigen Lebenslagen finden und Halt und Perspektiven brauchen. Die Kinder- und Jugendhilfe ist in Hamburg mit dem Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB), zu dem auch der Kinder- und Jugendnotdienst (KJND) gehört, den Jugendämtern sowie mit den zahlreichen großen und kleinen Trägern der freien Jugendhilfe vielfältig und handlungsfähig aufgestellt. Sie bilden das unverzichtbare Fundament für die Unterstützung junger Menschen, indem sie ihnen in herausfordernden Situationen Schutz, Unterstützung und die Möglichkeit geben, neue Wege zu gehen.

Die offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA), die sozialräumlichen Angebote, die Jugendsozialarbeit und die Familienhilfe stehen allen jungen Menschen und ihren Familien offen. Sie übernehmen eine wichtige Rolle in der Prävention sowie in der niedrigschwelligen und ambulanten Begleitung von Kindern und ihren Familien. Auch für die Integration von minderjährigen Geflüchteten in den Stadtteilen, die mit ihren Eltern in Wohnunterkünften leben, können sie eine wichtige Rolle spielen. Vielerorts konnte das Netz der sozialräumlichen und offenen Angebote verstärkt werden, um lokal auf diese Bedarfe zu reagieren.

In den vergangenen Jahren ist eine vulnerable Zielgruppe besonders stark angewachsen: Minderjährige unbegleitete Geflüchtete haben ein erhöhtes Schutzbedürfnis und benötigen gezielte Betreuung und Unterstützung, um ihnen Sicherheit, Stabilität und eine Perspektive zu bieten. Der LEB ist für diese Gruppe die zentrale Anlaufstelle und übernimmt in den meisten Fällen die Erstaufnahme und in vielen Fällen auch die weitere Unterbringung und Betreuung der Jugendlichen. Den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe kommt eine besonders wichtige und sensible Rolle zu, denn insbesondere nach der Erstaufnahme werden viele der unbegleiteten Minderjährigen in Wohngruppen betreut.

Inklusion in der Jugendhilfe

Mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz wurde das Ziel formuliert, alle Leistungen für Kinder und Jugendliche ob mit oder ohne Behinderungen unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zusammenzuführen. Eine inklusive Jugendhilfe soll Zuständigkeitskonflikte überwinden und die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. Um diesen Prozess zu unterstützen und Familien bestmöglich zu beraten und zu begleiten, gibt es in Hamburg seit diesem Jahr die Verfahrenslotsen. Das Angebot wird gut angenommen, im ersten Halbjahr 2024 berieten die Verfahrenslotsen bereits in 209 Fällen. In den kommenden Jahren sollen die Verfahrenslotsen nicht nur als direkte Ansprechpartner:innen für Familien dienen, sondern ihre wertvollen Erfahrungen an der Schnittstelle der Jugend- und Eingliederungshilfe zudem in die Entwicklung der inklusiven Jugendhilfe einbringen.

Zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie

Seit vielen Jahren gibt es zudem eine kleine Gruppe von Kindern, die zwischen Einrichtungen der Psychiatrie und der Jugendhilfe hin- und hergeschoben werden, und notfalls in anderen Bundesländern untergebracht werden, weil für sie kein passender Betreuungsplatz in Hamburg gefunden werden kann. Für diese kleine Gruppe von Kindern, die intensiv betreut und begleitet werden müssen, bedarf es eines besonderen und auf ihren Bedarf abgestimmten Settings. Daher plant Hamburg eine gemeinsame Einrichtung der Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie: Die „Casa Luna“ entsteht in Groß Borstel, das Gebäude wurde bereits geplant, das Grundstück gekauft. Betrieben wird die neue Einrichtung, die 2027 ihre Türen öffnen soll, vom LEB in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Eppendorf.