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Neubau der Sternbrücke in Altona: Transparenz und Bürger:innenbeteiligung sicherstellen

Montag, 20.12.2021

Die Mobilitätswende erfordert große Anstrengungen für die konsequente Stärkung und Modernisierung des Eisenbahnverkehrs, der Businfrastruktur und des Fuß- und Radverkehrs. Um wachsende Anteile des Fern-/Regional- und Güterverkehrs auf der Schiene abzuwickeln, sind in den kommenden Jahren erhebliche Baumaßnahmen in Hamburg notwendig.

 

Zugleich gilt es, die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen und an den folgenden Entwicklungen zu beteiligen und sie zu informieren. Dabei steht im Mittelpunkt, bewohnbare Stadträume zu erhalten und zu schaffen. Kulturräume, Baudenkmale sowie die Stadtnatur sind bestmöglich zu integrieren.

 

Am Beispiel der Sternbrückenkreuzung in Hamburg zeigt sich exemplarisch, wie schwierig es ist, all diesen Herausforderungen gleichzeitig gerecht zu werden.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

A. Der Senat wird ersucht,

1. die nähere Ausgestaltung der gemäß dem Entwurf der Deutschen Bahn neu zu bauenden Sternbrücke in einer Gestaltungswerkstatt der Deutschen Bahn in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Baukultur, namhaften Architektur- und Ingenieurbüros fortzusetzen. Hierbei soll auch eine Bürger:innenbeteiligung vorgesehen werden. Die Gestaltungswerkstatt soll auch Anregungen zu den weiteren Beteiligungsprozessen aufnehmen;

 

2. auf den von der Sprinkenhof GmbH bewirtschafteten Flächen im Bereich des „Sterngartens“ und benachbarten Flurstücken die Errichtung und den Betrieb eines Kulturhauses zu ermöglichen, in dem von den Brückenbaumaßnahmen betroffene Clubs und Kultureinrichtungen unterkommen sollen und in dessen Planung diese einbezogen werden. Bürger:innen sollen mittels der Bürger:innenbeteiligung der Lawaetz-Stiftung ihre Ideen für die genaue Ausgestaltung und weitere Nutzung des Gebäudes unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Anforderungen einbringen können. Die Einrichtung soll nicht-kommerziell orientiert und im Besitz einer Stiftung sein. Sie soll nach Möglichkeit auch ein Angebot für weitere, mittelbar von der Maßnahme betroffene Einrichtungen aus dem lokalen Umfeld unterbreiten. Im weiteren Verlauf des Verfahrens sollen auch weitere Flächen, insbesondere unter der Sternbrücke, betrachtet werden;

 

3. sicherzustellen, dass im weiteren Verfahren durch die Deutsche Bahn ein Büro für Freiraum- und Grünplanung bestimmt und anschließend beauftragt wird, den Grünverlust im Viertel mit hochwertigem Ersatz zu kompensieren. Dabei sollen auch die Lärmschutzwände in die Betrachtung einbezogen und mögliche Maßnahmen auf Vereinbarkeit mit den erarbeiteten Resultaten der öffentlichen Kreativwerkstatt der Deutschen Bahn zur Gestaltung des Brückenbauwerkes geprüft werden. Gleichzeitig würde der notwendige Lärmschutz auf diese Weise deutlich attraktiver gestaltet. Ziel ist es, dass das Quartier deutlich grüner als heute wird;

 

4. in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt und den Bürger:innen eine Verkehrsplanung für den künftigen Verkehrsraum zu entwickeln, die folgenden Anforderungen Rechnung trägt:

• Für Fußgänger:innen werden ausreichende und geschützte Bewegungs- und Aufstellräume geschaffen.

• Die nicht für die Mobilität bestimmten Flächen unter der Sternbrücke werden aufenthaltsfreundlich gestaltet.

• Sichere und ausreichend breite Radverkehrsanlagen werden eingerichtet.

• Die Bushaltestellen werden den künftigen Verkehren entsprechend unter Berücksichtigung ausreichender Aufstellflächen für Fahrgäste vergrößert.

• Wo möglich werden die Busse auf separaten Fahrstreifen geführt.

 

5. das Bezirksamt Altona zu beauftragen, aufbauend auf den Anregungen der Gestaltungswerkstatt zur Sternbrücke, der Ergebnisse der Verkehrsplanungen und des Prozesses zur Errichtung des Kulturhauses eine Bürger:innenbeteiligung durchzuführen, die durch einen größeren Umgriff im Plangebiet gekennzeichnet ist;

 

B. Der Senat wird ferner ersucht,

gemeinsam mit der Deutschen Bahn mit Hinblick auf die enormen Sanierungsanstrengungen der nächsten Jahre ein Brückenforum einzurichten, das mit Expert:innen die Instandsetzung und Erneuerung der Bahnbrückeninfrastruktur begleitet und sich konstruktiv in Belange des Denkmalschutzes und der Baukultur insbesondere bei stadtbild-relevanten Brücken einbringen kann. Die zuständige Behörde berichtet im Verkehrsausschuss regelmäßig über die Beratungen des Brückenforums.