Kapazität des Hamburger Hauptbahnhofs

Montag, 14.10.2019, Drucksache 21/18650

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage des Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter

Der Bahnhof Hamburg Hbf, obwohl Durchgangsbahnhof, wird im weitgehend vertakteten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) nur als Doppelkopfbahnhof genutzt. Alle Züge des SPNV beginnen und enden dort und wenden auf die Gegenleistung in der Regel an den Bahnsteigen bzw. teilweise unter Nutzung der Abstellanlage. Bei Wenden am Bahnsteig werden die Gleise häufig von jeweils zwei Zügen hintereinander belegt. Die Wendezeiten sind unterschiedlich lang und betragen teilweise zwischen 40 und 60 Minuten. Solange ist das jeweilige Gleis für durchfahrende Züge nicht passierbar.

Die geplante Verknüpfung der Regionalbahn-Linien RB81 (Hamburg Hbf – Bad Oldesloe) und RB61 (Hamburg Hbf – Itzehoe) zur neuen S-Bahn-Linie S4 (Bad Oldesloe – Wrist/Itzehoe, unter Einschluss der Linie RB71 (Hamburg-Altona - Wrist/Itzehoe), adressiert dieses Problem, wobei dadurch im Bahnhof Hamburg Hbf nicht nur die Bahnsteigwenden entbehrlich, sondern durch die Verlagerung dieser Regionalbahn-Leistungen auf das S-Bahn-Netz die bisher genutzten Gleiskapazitäten im Fernbahnteil des Hauptbahnhofs gänzlich frei werden.

Eine Verknüpfung weiterer SPNV-Linien und damit deren Durchbindung über den Bahnhof Hamburg Hbf hinaus erfordert eine umfassende Veränderung der SPNV-Konzepte im Großraum Hamburg. Dies geht nicht ohne die Einbindung und Zustimmung der betroffenen Aufgabenträger.

Unterdessen hat der Niedersächsische Landtag in seiner Sitzung am 19. Juni 2019 eine Entschließung u.a. folgenden Inhalts angenommen (LT-Drucksache 18/4021):

„Der Landtag bittet die Landesregierung, (...) gemeinsam mit Hamburg und Schleswig-Holstein sowie in enger Abstimmung mit der DB Netz zu prüfen, ob und gegebenenfalls wie mittels einer Durchbindung von Zügen über den Hamburger Hauptbahnhof hinaus Standzeiten im Hauptbahnhof verkürzt und Kapazitäten insbesondere auf den Nord-Süd-Gleisen geschaffen werden können, (...)“

In diesem Zusammenhang frage ich den Senat:

1. Welche Vorteile, welche Nachteile hat eine Verknüpfung und Durchbindung von SPNV-Linien über den Bahnhof Hamburg Hbf hinaus?
2. Wie stehen der Senat bzw. die zuständige Behörde zu der Frage der Verknüpfung von SPNV-Linien und damit deren Durchbindung über den Bahnhof Hamburg Hbf hinaus?
3. Welche weiteren Akteure sind zu dieser Fragestellung zu beteiligen?
4. Wie viel beträgt im Netzfahrplan 2019 die kürzeste, wie viel die längste Wendezeit an einem Bahnsteig im Bahnhof Hamburg Hbf?
5. Welche Verkehrsverträge liegen den einzelnen im Bahnhof Hamburg Hbf beginnenden bzw. endenden SPNV-Linien jeweils zugrunde? Welche Laufzeiten haben sie jeweils und wann enden sie jeweils vertragsgemäß? (Bitte tabellarische Darstellung.)
6. Welche Fahrzeugkonzepte liegen diesen einzelnen SPNV-Linien jeweils zugrunde? Über wie viele Wagen bzw. Triebwagen mit wie vielen Sitzplätzen pro Zug verfügen die Züge der einzelnen SPNV-Linien jeweils üblicherweise und wie werden sie jeweils angetrieben (elektrisch oder Diesel)? Wer ist jeweils Eigentümer der auf den einzelnen SPNV-Linien eingesetzten Fahrzeuge? (Bitte tabellarische Darstellung.)


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