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Zentrum für Disability Studies (ZeDiSplus) unterstützen und weiterentwickeln

Mittwoch, 29.06.2022

Deutschland und Hamburg verpflichten sich in der UN-Behindertenrechtskonvention zur Erforschung der Teilhabe von von Behinderungen betroffenen Menschen am Leben in der Gesellschaft. Mit dem Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat Hamburg die Grundlage für die Umsetzung der UN-Konvention gelegt.

Das Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) – inzwischen ZeDiSplus – wurde 2005 als ein hochschulübergreifendes, interdisziplinäres Kompetenzzentrum gegründet. Bis 2014 an der Universität Hamburg angegliedert, ist es heute Teil der Evangelischen Hochschule. Ziele sind unter anderem die Entwicklung und Einbindung zu Disability Studies in Module von bestehenden Studiengängen und -plänen an Hamburger Hochschulen sowie die Entwicklung eines eigenen Angebots auch für berufliche Aus- und Weiterentwicklung. Die Arbeit des ZeDiS wurde 2017 mit einem weiteren Schwerpunkt zur Teilhabeforschung erweitert und firmiert seitdem als ZeDiSplus.

Disability Studies haben eine wichtige Bedeutung für das Zusammenleben in einer inklusiven Gesellschaft. Auch die Euthanasie im deutschen Faschismus verdeutlicht die Notwendigkeit der Disability Studies. Die Forschungen aus dieser jungen Disziplin erweitern das Wissen um gesellschaftliche Ausschlüsse, Benachteiligungsstrukturen und Dominanzverhältnisse. Untersucht wird die soziale Herstellung von und der gesellschaftliche Umgang mit Behinderungen. Es wird ein kritischer Blick darauf gelenkt, welches Set an Fähigkeiten für die gesellschaftliche Teilhabe vorausgesetzt wird. Kritische Wissenschaften wie auch die Disability Studies legen entsprechend offen, dass es noch keine Leistungsgerechtigkeit gibt. Es geht zum Beispiel um Fragen wie: Welche Leistungen werden gefordert? Wie wird man dazu befähigt? Durch welche Barrieren wird die geforderte Leistungsfähigkeit beeinträchtigt? Die Disability Studies beschäftigen sich dadurch mit einem entscheidenden Kern von Leistungs- und Konkurrenzideologien in einer Gesellschaft, die auf strukturellen Ungleichheitsverhältnissen fußt. Disability Studies tragen folglich zur kritischen Auseinandersetzung mit der strukturellen Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen sowie zur Weiterentwicklung des Verständnisses über die Inklusionsfähigkeit unserer Gesellschaft bei und sind eine wichtige wachsende Disziplin in der Wissenschaftslandschaft.

Als Koalition setzten GRÜNE und SPD sich dafür ein, dass die erfolgreiche Arbeit des ZeDiSplus in der Teilhabeforschung von Menschen, die von Behinderungen betroffen sind sowie insgesamt weiterentwickelt und ausgebaut werden kann.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

ZeDiSplus bei der Weiterentwicklung sowie dem Auf- und Ausbau hochschulübergreifender Kooperationsprojekte zu unterstützen.